Die Frage nach den Kosten eines Erklärvideos wird häufig gestellt, lässt sich jedoch nicht mit einer einfachen Zahl beantworten. Während manche Anbieter mit sehr niedrigen Einstiegspreisen werben und andere fünfstellige Budgets aufrufen, entsteht bei Unternehmen schnell der Eindruck, dass Preise willkürlich sind. In der Praxis spiegeln diese Unterschiede jedoch reale Unterschiede in Leistung, Konzeptionstiefe, Qualität und strategischem Nutzen wider.
Ein Erklärvideo ist kein standardisiertes Produkt, sondern ein individuell entwickeltes Kommunikationswerkzeug. Die Kosten hängen weniger von der reinen Länge des Videos ab als von der Frage, was erklärt werden soll, für wen, in welchem Kontext und mit welcher langfristigen Funktion. Wer den Preis eines Erklärvideos verstehen möchte, muss daher zunächst verstehen, wofür tatsächlich bezahlt wird.
Die drei grundlegenden Preiskategorien
Im Markt lassen sich für 2026/2027 drei grobe Preiskategorien unterscheiden, die jeweils unterschiedliche Erwartungen erfüllen.
Im unteren Preissegment bewegen sich einfache, oft stark standardisierte oder Ki generierte Videos, die zwischen etwa 800 und 3.000 Euro liegen. Hierbei handelt es sich meist um vorgefertigte Templates, KI-gestützte Animationen oder sehr reduzierte Produktionen mit minimaler individueller Konzeption. Diese Videos eignen sich für einfache Sachverhalte, interne Zwecke oder sehr begrenzte Einsatzszenarien, stoßen jedoch bei komplexen Themen schnell an ihre Grenzen.
Das mittlere Preissegment liegt typischerweise zwischen 4.000 und 9.000 Euro. In diesem Bereich entstehen individuell gestaltete Erklärvideos mit klarer Dramaturgie, angepasstem Design und professioneller Umsetzung. Diese Videos werden häufig für Marketing, Onboarding, Produkt- oder Prozesskommunikation eingesetzt und bieten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosten, Qualität und strategischem Nutzen.
Im oberen Preissegment beginnen Erklärvideos ab etwa 10.000 Euro und reichen je nach Umfang, Anspruch und Einsatz bis 20.000 Euro oder mehr. Hier handelt es sich um strategisch konzipierte Produktionen, die komplexe Inhalte, mehrere Zielgruppen oder langfristige Nutzung abdecken. Diese Videos sind häufig Teil einer übergeordneten Kommunikations- oder Markenstrategie.
Wofür Unternehmen tatsächlich bezahlen
Ein wesentlicher Teil der Kosten entfällt nicht auf die Animation selbst, sondern auf die konzeptionelle Arbeit im Vorfeld. Dazu gehört die Analyse der Inhalte, die Definition der Zielgruppe, die Priorisierung von Informationen sowie die Entwicklung einer klaren Erzählstruktur. Gerade bei erklärungsbedürftigen Themen entscheidet diese Phase über den späteren Erfolg des Videos.
Ein weiterer Kostenfaktor ist das visuelle Konzept. Individuelle Illustrationen, ein eigenes Motion-Design-System oder die Anpassung an bestehende Markenrichtlinien erfordern deutlich mehr Aufwand als der Einsatz generischer Grafiken. Dieser Aufwand zahlt sich jedoch aus, da das Video dadurch wiedererkennbar, langlebig und vielseitig einsetzbar wird.
Hinzu kommen die eigentliche Animation, das Sounddesign, gegebenenfalls Sprecherhonorare, Sprachversionen sowie Korrekturschleifen. Je klarer Prozesse und Abstimmungen definiert sind, desto effizienter lassen sich diese Schritte umsetzen.

Warum günstige Erklärvideos oft teurer werden als gedacht
Ein häufiger Fehler besteht darin, den Preis eines Erklärvideos ausschließlich am initialen Angebot festzumachen. Günstige Videos sind häufig stark eingeschränkt in Bezug auf Anpassungen, Nutzungsrechte oder spätere Erweiterungen. Änderungswünsche, zusätzliche Versionen oder Anpassungen an neue Anforderungen führen dann schnell zu Zusatzkosten.
Zudem verursachen schlecht konzipierte Videos indirekte Kosten. Wenn Inhalte nicht verstanden werden, entstehen Rückfragen, zusätzlicher Erklärbedarf oder sogar Fehlanwendungen. In solchen Fällen muss das Video ersetzt oder neu produziert werden, was die ursprüngliche Ersparnis relativiert.
Ein professionell konzipiertes Erklärvideo ist daher weniger eine Ausgabe als eine Investition in Klarheit, Effizienz und Risikominimierung.
Welche Faktoren den Preis konkret beeinflussen
Zu den wichtigsten preisbestimmenden Faktoren gehören die Komplexität des Themas, die Anzahl der Abstimmungsrunden, der gewünschte Detailgrad sowie die geplante Einsatzdauer. Ein Video, das mehrere Jahre genutzt und auf verschiedenen Plattformen eingesetzt wird, rechtfertigt ein höheres Budget als ein kurzfristiges Kampagnenvideo.
Auch der Stil spielt eine Rolle. Minimalistische 2D-Animationen sind in der Regel günstiger als detailreiche, illustrative oder 3D-basierte Umsetzungen. Entscheidend ist jedoch nicht der Stil an sich, sondern seine Eignung für den jeweiligen Zweck.
Ein weiterer relevanter Faktor ist die strategische Einbindung. Videos, die Teil eines größeren Systems sind, etwa für Onboarding, Compliance oder Produktportfolios, erfordern mehr konzeptionelle Vorarbeit, bieten jedoch einen deutlich höheren langfristigen Nutzen.
Was Unternehmen 2026/2027 realistisch einplanen sollten
Für Unternehmen, die ein Erklärvideo professionell und nachhaltig einsetzen möchten, ist für 2026/2027 ein Budget von 5.000 bis 12.000 Euro realistisch. In diesem Rahmen lassen sich hochwertige, individuell konzipierte Videos umsetzen, die langfristig genutzt und bei Bedarf erweitert werden können.
Niedrigere Budgets sind sinnvoll, wenn der Einsatz klar begrenzt ist und der Inhalt wenig Komplexität aufweist. Höhere Budgets sind gerechtfertigt, wenn strategische Kommunikation, Haftungsthemen oder komplexe Produkte erklärt werden sollen.
Entscheidend ist nicht, möglichst wenig zu zahlen, sondern ein Video zu erhalten, das seine Aufgabe zuverlässig erfüllt.
Warum der Preis ohne Kontext wenig aussagt
Die Frage nach dem Preis eines Erklärvideos ist letztlich vergleichbar mit der Frage nach den Kosten eines Mitarbeiters oder eines Beratungstages. Ohne Kontext sagt sie wenig aus. Relevant ist, welche Funktion das Video übernimmt, welche Probleme es löst und wie lange es eingesetzt wird.
Ein gut gemachtes Erklärvideo arbeitet über Jahre hinweg, erklärt konsistent, reduziert Missverständnisse und entlastet Teams. In diesem Verhältnis relativieren sich die Produktionskosten schnell.

Fazit
Ein Erklärvideo kostet 2026/2027 nicht deshalb unterschiedlich viel, weil Anbieter unterschiedlich teuer sind, sondern weil Videos unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Zwischen günstiger Animation und strategischem Erklärwerkzeug liegen konzeptionell Welten.
Unternehmen sollten die Kostenfrage daher nicht isoliert betrachten, sondern im Verhältnis zum Nutzen, zur Einsatzdauer und zur Bedeutung des Inhalts bewerten. Wer ein Erklärvideo als Investition in Verständlichkeit versteht, trifft langfristig die wirtschaftlichere Entscheidung.




